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Georg Köhler, Nürnberg

Gegründet wurde die Spiel- und Metallwarenfabrik im Jahre 1932 von Herrn Georg Köhler. Der Sitz der Fabrik lag in einem Wohngebiet im Süden von Nürnberg, Äussere Ziegelgasse 8.

Das Firmenzeichen der Spiel- und Metallwarenfabrik waren die in einem Dreieck stehenden ineinander verschlungenen drei Buchstaben GKN. Diese drei Buchstaben stehen für den Namen
Georg Köhler in Nürnberg. Ein Großteil des Blech- und Plastikspielzeug-Sortiments wurde mit diesem Dreieck gekennzeichnet und ist heute dadurch unverwechselbar.

Bis 24.05.1933 war die Äussere Ziegelgasse die Firmenanschrift der Fabrik. Nach einer Umbenennung wurde aus der Äusseren Ziegelgasse 8, die Horst-Wessel-Straße 8.

Die beiden ersten bunt lithografierten Tierfiguren mit Uhrwerk waren der Pickvogel und der Frosch. Die beiden Tierfiguren aus Blech wurden in der Spiel- und Metallwarenfabrik Georg Köhler ab 1932 hergestellt.

Vom Reichspatentamt wurde dem Köhler Frosch bereits 1933 das Patent erteilt.

Noch vor dem Krieg erweiterte sich das Köhler Spielzeug-Sortiment um mehrere Tierfiguren. Neben den hüpfenden Fröschen und pickenden Vögeln gingen Eichhörnchen, große und kleine wackelnde Enten, der große und kleine apportierende Hund mit Stock und viele andere mechanische Blechspielzeug-Figuren in Produktion.

Georg Köhler verstarb während des zweiten Weltkrieges, doch die Spiel- und Metallwaren-fabrik blieb unter dem Namen Georg Köhler, Nürnberg bestehen. Herr Fritz Collischan, ein Nürnberger Unternehmer, erwarb im Jahre 1942 die von Herrn Georg Köhler 1932 gegründete Fabrik. Jedoch bis in das Jahr 1948 wurden aus den allseits bekannten Gründen keine Spielwaren mehr hergestellt.

Bis 15.05.1945 war die Horst-Wessel-Straße die Firmenanschrift der Fabrik. Nach einer weiteren Umbenennung wurde aus der Horst-Wessel-Straße 8 wieder die Äussere Ziegelgasse 8. Diese wurde dann nochmals am 10.06.1954 in Ritter-von-Schuh-Str. umbenannt.

Im Jahre 1948, als die ersten Rohstoffe wieder verfügbar waren, lief in der Spiel- und Metall-warenfabrik Georg Köhler, Nürnberg eine unvergleichliche Produktion an. Jährlich wurden 6 - 8 neue Spielzeugfiguren entwickelt und produziert. Im Jahre 1960 umfasste das Blechspielzeug-Sortiment bereits ca. 70 verschiedene Artikel.

Bereits im Jahre 1954 wurden in der Spiel- und Metallwarenfabrik Georg Köhler, Nürnberg die ersten Spielzeuge mit Teilen aus Plastik hergestellt. Anfänglich waren es so genannte Blech/Plastik-Kombinationen:
- der gestiefelte Kater mit roten Plastikstiefeln
- die Katze mit mehr- und zweifarbigem Plastikball
- der Singvogel mit Füßen aus Plastik
um nur einige zu nennen.

Im Jahre 1965 verstarb der Nürnberger Unternehmer Fritz Collischan im Alter von 69 Jahren. Seine Tochter, Frau Ute Collischan, übernahm daraufhin das Unternehmen. Blechspielzeug wurde zu diesem Zeitpunkt jedoch kaum noch hergestellt. Frau Ute Collischan führte das Unternehmen sehr erfolgreich weiter. Sie setzte auf Spielzeug aus Plastik und produzierte Plastikspielzeug für Kinder im Vorschulalter.

Bis 25.04.1974 war die Ritter-von-Schuh-Str. die Firmenanschrift der Fabrik. Aus der Ritter-von-Schuh-Str. 8 wurde nach einer weiteren Umbenennung die Pillenreuther Straße 66a.

Wie Frau Ute Collischan mir erzählte, herrschte zum damaligen Zeitpunkt durch die Firma (EPL) Ernst Paul Lehmann, deren Firmensitz sich bis zu ihrer Schließung im Jahre 2007 in Nürnberg befand, großer Konkurrenzdruck. So wie viele Firmen die Herstellung von Blech- bzw. Plastikspielzeug aufgaben, stellte auch die Spiel- und Metallwarenfabrik Georg Köhler, Nürnberg das Herstellen von Spielzeug ein und schloss 1997 ihre Pforten.

Das Fabrikgelände der Spiel- und Metallwarenfabrik Georg Köhler, Nürnberg befand sich im Hinterhof zweier Wohnhäuser ganz in der Nähe des Nürnberger Hauptbahnhofs. Das gesamte Fabrikgebäude wurde saniert und in ein Mehrfamilienhaus umgebaut.

Die Pillenreuther Straße in Nürnberg war die letzte Firmenadresse der Spiel- und Metall-warenfabrik Georg Köhler.

Der Torbogen in der Pillenreuther Straße 66 führte damals direkt zur Spiel- und Metallwaren-fabrik Georg Köhler, Nürnberg. Heute ist der Torbogen die Zufahrt zum Wohnhaus Pillen-reuther Straße Nr. 66a. Am Ende der Zufahrt ist der Haupteingang der früheren Spiel- und Metallwarenfabrik zu sehen.

Frau Fellinghauer, eine frühere Mitarbeiterin der Spiel- und Metallwarenfabrik, konnte sich gut an Ihre Zeit in den 50er Jahren in der Fabrik erinnern. In der Spiel- und Metallwarenfabrik befanden sich parterre rechts ca. 20 Stanz-maschinen, welche die Formen für Pickvögel, Frösche, Katzen und alle weiteren Figuren aus dem bereits zuvor lithografierten Blech ausstanzten. In der linken Hälfte waren Werkzeugmacher beschäftigt. Die Büros der Spiel- und Metallwarenfabrik befanden sich im 1. Obergeschoss. Alle darüber liegenden Räume wurden als Lagerfläche genutzt.

Die Abbildung zeigt das heutige umgebaute Gebäude der ehemaligen Fabrik. In den Jahren 1998-2000 wurde das Fabrikgebäude saniert und zu einem Wohnhaus umgebaut.

Im Innenhof auf der rechten Seite des Haupt-eingangs befanden sich früher Waschräume welche die Mitarbeiter der Fabrik nutzen konnten. Auf der gegenüber liegenden Seite waren die Stellplätze für den Fuhrpark der Fabrik. Hier wurden Transportfahrzeuge be- und entladen.

Sehr viele Blechspielzeughersteller ließen ihre Friktions- und Uhrwerkantriebe von Zulieferern produzieren. Der Lieferant der Spiel- und Metallwarenfabrik Georg Köhler, Nürnberg war die Firma Gebrüder Bühler in Nürnberg. Der Firmensitz der Firma Bühler befindet sich noch heute in Nürnberg.